Barrierefreier Strandurlaub: Welche Strände und Unterkünfte eignen sich wirklich?

Ein Strandurlaub sollte nicht daran scheitern, dass zwischen Unterkunft und Meer eine Treppe liegt, der Weg durch tiefen Sand führt oder die nächste geeignete Toilette mehrere Hundert Meter entfernt ist. Trotzdem werden viele Ferienangebote als barrierefrei bezeichnet, ohne genau zu erklären, welche Bereiche tatsächlich zugänglich sind.

Für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder eingeschränkter Gehfähigkeit reicht eine allgemeine Beschreibung wie „behindertenfreundliches Hotel“ nicht aus. Entscheidend ist, ob der gesamte Urlaub praktisch funktioniert: von der Anreise über das Hotelzimmer bis zum Strandplatz und gegebenenfalls zum Wasser.

Auch die Anforderungen unterscheiden sich. Eine Person mit Rollator benötigt möglicherweise vor allem ebene Wege und Sitzmöglichkeiten. Wer einen manuellen Rollstuhl nutzt, achtet zusätzlich auf Untergrund, Steigungen und Türbreiten. Bei einem Elektrorollstuhl spielen Tragfähigkeit, Wendeflächen und geeignete Transportmöglichkeiten eine besondere Rolle.

Dieser Ratgeber zeigt, wie du barrierearme und barrierefreie Strandangebote überprüfst, welche Fragen du vor der Buchung stellen solltest und worauf es bei einem Urlaub an der italienischen oder kroatischen Adria ankommt.

Was bedeutet barrierefreier Strandurlaub überhaupt?

Der Begriff „barrierefrei“ wird im Tourismus nicht immer einheitlich verwendet. Manche Anbieter meinen damit lediglich einen stufenlosen Eingang. Andere verfügen über umfassendere Einrichtungen, etwa geeignete Sanitäranlagen, befestigte Strandwege oder spezielle Strandrollstühle.

Für die Urlaubsplanung ist deshalb entscheidend, welche konkreten Eigenschaften vorhanden sind.

Ein Strand kann über eine Rampe erreichbar sein, ohne dass sich ein Rollstuhl auf der anschließenden Sandfläche selbstständig bewegen lässt. Ein Hotel kann einen Aufzug besitzen, während die Badezimmertür für den genutzten Rollstuhl zu schmal ist.

Barrierefreiheit muss entlang der gesamten Nutzungskette geprüft werden – nicht nur an einem einzelnen Punkt.

Die sechs Stationen eines Strandtages

StationEntscheidend ist
UnterkunftNutzbarer Eingang, Zimmer und Sanitärbereich
Weg zum StrandGeeigneter Untergrund, Steigungen und Querungen
StrandzugangStufenlose oder individuell bewältigbare Verbindung
StrandplatzAusreichend Bewegungsfläche und geeignete Wege
SanitäranlagenTatsächlich nutzbare Toiletten und gegebenenfalls Duschen
Zugang zum WasserGeeignete Hilfsmittel, Unterstützung und sichere Bedingungen

Nicht jede Person benötigt sämtliche Einrichtungen. Eine passende Unterkunft muss aber die Anforderungen der konkreten Reisenden erfüllen.

Barrierefrei, barrierearm oder rollstuhlgerecht?

Diese Begriffe werden in Unterkunftsbeschreibungen häufig nebeneinander verwendet. Sie sollten jedoch nicht als gleichbedeutend verstanden werden.

Barrierearm beschreibt meist eine Umgebung mit reduzierten Hindernissen. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass alle Bereiche ohne fremde Hilfe erreichbar sind.

Barrierefrei ist ein weitergehender Anspruch. Ob eine Anlage tatsächlich den einschlägigen Anforderungen entspricht, muss anhand konkreter Merkmale und gegebenenfalls anwendbarer Standards überprüft werden.

Rollstuhlgerecht wird häufig für Räume oder Einrichtungen verwendet, die für Rollstuhlnutzer ausgelegt sind. Entscheidend bleiben dennoch Maße, Ausstattung und individuelle Nutzbarkeit.

Verlasse dich bei der Buchung nicht allein auf diese Begriffe. Bitte den Anbieter um genaue Informationen oder aktuelle Fotos der betreffenden Bereiche.

Welche Strandarten sind besonders geeignet?

Sandstrände, Kiesstrände und felsige Küsten unterscheiden sich erheblich. Allerdings lässt sich aus dem Strandmaterial allein nicht zuverlässig ableiten, ob ein Strand zugänglich ist.

Ein breiter Sandstrand mit befestigten Wegen und geeigneten Hilfsmitteln kann sehr gut nutzbar sein. Ein Kiesstrand mit steiler Böschung kann dagegen Schwierigkeiten verursachen.

Sandstrände

Sand kann für Rollstühle und Rollatoren ein großes Hindernis darstellen. Besonders weicher, tiefer Sand erhöht den Rollwiderstand.

Befestigte Stege oder spezielle Strandmatten können den Zugang erleichtern. Entscheidend ist, wie weit sie reichen.

Ein Steg, der weit vor dem eigentlichen Strandplatz endet, löst das Problem möglicherweise nur teilweise.

Kiesstrände

Kies kann ebenfalls schwer befahrbar sein. Hinzu kommen häufig unebene Flächen und steilere Übergänge zum Wasser.

Für Menschen mit eingeschränkter Standfestigkeit können lose Steine zusätzliche Risiken darstellen.

Geeignete Wege, stabile Sitzmöglichkeiten und gegebenenfalls ein Strandrollstuhl können die Nutzung erleichtern.

Felsige Badeplätze

An felsigen Küsten führen Zugänge häufig über Stufen, Leitern oder unebene Wege.

Einzelne Anlagen besitzen zwar Rampen oder andere Hilfen, doch diese müssen ausdrücklich geprüft werden.

Ein schönes Küstenpanorama ist kein verlässlicher Hinweis auf einen geeigneten Badezugang.

Italienische Adria: Gute Ausgangspunkte für die Suche

Die obere italienische Adria ist für Urlauber aus Österreich aufgrund der vergleichsweise kurzen Anreise interessant.

Bekannte Badeorte wie Bibione, Lignano, Jesolo, Caorle und Grado besitzen umfangreiche touristische Infrastruktur. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Strandsektor und jede Unterkunft barrierefrei nutzbar ist.

Die Angebote müssen für den gewünschten Reisezeitraum und den konkreten Strandabschnitt überprüft werden.

Bibione

Bibione verfügt über lange Strandabschnitte und touristisch erschlossene Bereiche.

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann das grundsätzlich interessant sein. Entscheidend ist jedoch, ob der gewählte Strandzugang befestigt ist und welche Hilfsmittel vor Ort zur Verfügung stehen.

Auch die Unterkunftslage spielt eine wichtige Rolle.

Bibione Spiaggia, Lido del Sole und Bibione Pineda sollten bei der Suche nicht einfach gleichgesetzt werden.

Eine Unterkunft kann in einem gut erschlossenen Ferienort liegen und dennoch einen langen Weg zum passenden Strandzugang erfordern.

Lignano Sabbiadoro

Lignano besteht aus mehreren Ortsteilen. Besonders Sabbiadoro besitzt eine dichte touristische Infrastruktur.

Bei der Buchung solltest du prüfen, welcher Strandsektor für deine Anforderungen geeignet ist.

Ein Hotel nahe der Promenade kann praktisch sein. Trotzdem muss geklärt werden, ob der Weg zum vorgesehenen Strandplatz ohne problematische Stufen oder Hindernisse möglich ist.

Jesolo

Jesolo erstreckt sich entlang einer langen Küstenzone.

Die Auswahl des richtigen Strandbereichs ist deshalb besonders wichtig.

Wenn ein bestimmter Strandzugang über geeignete Einrichtungen verfügt, sollte die Unterkunft möglichst in dessen Nähe liegen.

Ein weiter entfernter Hotelstandort kann tägliche Transfers erforderlich machen.

Caorle

Caorle verbindet historische Ortsbereiche mit unterschiedlichen Strandabschnitten.

Die Altstadt kann für Spaziergänge attraktiv sein, besitzt aber auch Bereiche, deren tatsächliche Nutzbarkeit individuell geprüft werden muss.

Wer auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, sollte die Wege zwischen Unterkunft, Altstadt und Strand getrennt untersuchen.

Grado

Grado bietet eine Kombination aus Badebereichen und historischer Altstadt.

Für die Planung ist wichtig, zwischen den verschiedenen Ortsbereichen zu unterscheiden.

Eine Unterkunft in Grado Pineta ist nicht mit einer Unterkunft unmittelbar am historischen Zentrum gleichzusetzen.

Prüfe die Entfernung zum geeigneten Strandzugang und die dort vorhandene Infrastruktur.

Kroatische Adria: Besondere Anforderungen bei Kies und Fels

Kroatien bietet viele landschaftlich reizvolle Küstenabschnitte. Kiesstrände, Felsbereiche und kleine Buchten prägen zahlreiche Ferienorte.

Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität kann die Topografie eine größere Rolle spielen als an breiten, flachen Sandstränden.

Das bedeutet nicht, dass ein barrierearmer Strandurlaub in Kroatien grundsätzlich schwieriger sein muss. Die Eignung hängt von den konkreten Einrichtungen ab.

Insel Krk

Die Insel Krk ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und daher mit dem Auto ohne Fährüberfahrt erreichbar.

Für die Auswahl eines Urlaubsortes sollten die Wege vom Parkplatz oder von der Unterkunft bis zum Strand geprüft werden.

Baška ist beispielsweise für seinen langen Kiesstrand bekannt. Daraus lässt sich aber keine Aussage über die Eignung sämtlicher Strandzugänge für Rollstuhlnutzer ableiten.

Erkundige dich gezielt nach befestigten Wegen und verfügbaren Hilfsmitteln.

Kleine Naturbuchten

Naturbuchten können über steile Wege oder Treppen erreichbar sein.

Manche sind nur mit einem Boot zugänglich.

Solche Ziele sollten nicht allein anhand von Bildern ausgewählt werden.

Prüfe, ob der Zugang mit den vorhandenen Mobilitätshilfen tatsächlich möglich ist und ob im Notfall geeignete Unterstützung erreichbar wäre.

Strandrollstühle: Welche Unterschiede gibt es?

Ein Strandrollstuhl ist ein spezielles Hilfsmittel, das die Bewegung auf Sand oder anderem schwierigem Untergrund erleichtern kann.

Es gibt unterschiedliche Modelle. Manche sind vor allem für den Transport über den Strand gedacht. Andere können unter bestimmten Voraussetzungen auch für einen unterstützten Zugang ins Wasser geeignet sein.

Nicht jeder Strandrollstuhl ist schwimmfähig oder für die Nutzung im Meer zugelassen.

Die jeweilige Herstellerfreigabe, die örtlichen Bedingungen und der individuelle Unterstützungsbedarf müssen berücksichtigt werden.

Vor der Reservierung klären

FrageBedeutung
Welches Modell ist vorhanden?Bestimmt die Einsatzmöglichkeiten
Ist eine Reservierung erforderlich?Verhindert fehlende Verfügbarkeit
Wird eine Begleitperson benötigt?Wichtig für die Urlaubsplanung
Ist das Hilfsmittel für Wasser geeignet?Entscheidend für einen Badezugang
Welche Gewichtsgrenzen gelten?Sicherheitsrelevant
Wer erklärt die Benutzung?Verhindert Fehlanwendungen
Welche Gebühren entstehen?Wichtig für das Budget

Ein Strandrollstuhl sollte nicht ohne Einweisung oder außerhalb seiner vorgesehenen Nutzung eingesetzt werden.

Zugang zum Wasser: Der entscheidende Unterschied

Für manche Reisende reicht es aus, den Strandplatz gut erreichen zu können. Andere möchten ausdrücklich im Meer baden.

Diese beiden Ziele müssen getrennt geprüft werden.

Ein befestigter Weg zum Strand garantiert keinen geeigneten Zugang ins Wasser.

Rampen und Übergänge

Eine Rampe kann den Zugang erleichtern. Entscheidend sind unter anderem ihre Steigung, Breite, Oberfläche und der Übergang zum anschließenden Bereich.

Eine Rampe, die direkt in weichen Sand führt, ist nicht automatisch ausreichend.

Unterstützung beim Baden

Manche Strandangebote verfügen über Personal oder spezielle Hilfsmittel.

Ob Unterstützung angeboten wird, zu welchen Zeiten sie verfügbar ist und welche Voraussetzungen gelten, muss direkt beim Betreiber geklärt werden.

Eine Begleitperson sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass sie einen Strandrollstuhl allein sicher ins Meer bewegen kann.

Wetter und Wasserbedingungen

Wind, Wellen und Strömungen können die Nutzung eines Badezugangs gefährlich machen.

Auch ein technisch geeigneter Zugang darf nicht unabhängig von den aktuellen Bedingungen betrachtet werden.

Beachte Warnflaggen und Anweisungen der Rettungskräfte. Bei unsicheren Bedingungen sollte auf das Baden verzichtet werden.

Die Unterkunft: Welche Maße und Einrichtungen sind wichtig?

Ein barrierefrei beworbenes Hotelzimmer kann sich in der Praxis als ungeeignet erweisen, wenn entscheidende Details fehlen.

Deshalb sollten konkrete Maße und Ausstattungsmerkmale vor der Buchung erfragt werden.

Eingang und Aufzug

Prüfe, ob der Haupteingang stufenlos erreichbar ist oder eine geeignete Alternative besteht.

Bei einem Aufzug sind die nutzbare Türbreite und die Innenmaße wichtig.

Auch die Wege zwischen Aufzug und Zimmer müssen berücksichtigt werden.

Badezimmer

Im Badezimmer sind Bewegungsflächen, Türbreiten und die Ausstattung besonders wichtig.

Eine bodengleiche Dusche kann hilfreich sein. Sie allein garantiert jedoch keine vollständige Nutzbarkeit.

Je nach Bedarf können Haltegriffe, ein geeigneter Duschsitz und ausreichender Platz neben der Toilette erforderlich sein.

Bett und Schlafbereich

Auch die Betthöhe und die seitlichen Bewegungsflächen können relevant sein.

Wer bestimmte Transferhilfen benötigt, sollte deren Einsatzmöglichkeiten ausdrücklich klären.

Eine Unterkunft sollte nicht allein aufgrund eines allgemeinen Rollstuhlsymbols gebucht werden.

Die gesamte Wegstrecke kontrollieren

Eine Unterkunft kann vollständig geeignet sein, während der Weg zum Strand unüberwindbare Hindernisse enthält.

Deshalb lohnt sich eine genaue Routenprüfung.

Berücksichtige dabei Gehsteigabsenkungen, Straßenquerungen, Kopfsteinpflaster, Steigungen und mögliche Baustellen.

Digitale Karten helfen bei der Orientierung, ersetzen aber keine aktuelle Auskunft zur tatsächlichen Zugänglichkeit.

Beispiel: Zwei Unterkünfte im Vergleich

Unterkunft A liegt 180 Meter vom Strand entfernt. Auf dem Weg befindet sich jedoch eine Treppe ohne geeignete Alternative.

Unterkunft B liegt 420 Meter entfernt, besitzt aber einen durchgehend nutzbaren Weg zum passenden Strandzugang.

Obwohl Unterkunft B weiter entfernt ist, kann sie die deutlich bessere Wahl sein.

Die kürzeste Entfernung ist nicht automatisch die am besten nutzbare Verbindung.

Strandurlaub mit Rollator

Menschen mit Rollator haben teilweise andere Anforderungen als Rollstuhlnutzer.

Wichtig sind häufig stabile Wege, geringe Steigungen und ausreichend Sitzmöglichkeiten.

Weicher Sand oder loser Kies können die Fortbewegung erschweren.

Ein geeigneter Strandplatz sollte deshalb möglichst nahe an einem befestigten Zugang liegen.

Regelmäßige Pausen

Gerade bei hohen Temperaturen können längere Wege anstrengend werden.

Plane ausreichend Pausen ein und prüfe, ob entlang der Strecke Sitzmöglichkeiten vorhanden sind.

Auch die Entfernung zur nächsten Toilette sollte berücksichtigt werden.

Barrierefreier Strandurlaub mit Kindern

Reisen Kinder mit Mobilitätseinschränkungen, kommen zusätzliche Anforderungen hinzu.

Die benötigten Hilfsmittel müssen zum Alter, zur Körpergröße und zum individuellen Unterstützungsbedarf passen.

Auch die Unterkunft sollte genügend Platz für Pflege, Transfers und die Aufbewahrung von Hilfsmitteln bieten.

Strandplatz und Rückzugsort

Ein kurzer Weg zwischen Unterkunft und Strand kann besonders hilfreich sein.

Dadurch lassen sich Ruhepausen und notwendige Versorgungsabläufe besser organisieren.

Prüfe außerdem, ob ausreichend Schatten und geeignete Sanitäranlagen vorhanden sind.

Sicherheit im Wasser

Kinder müssen am und im Wasser unmittelbar beaufsichtigt werden.

Spezielle Mobilitätshilfen ersetzen keine Aufsicht und keine individuell erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Wenn ein Kind besondere Unterstützung benötigt, sollte die sichere Nutzung des Badeangebots vorab mit den zuständigen Fachpersonen und dem Betreiber geklärt werden.

Anreise aus Österreich mit dem Auto

Für viele Reisende ist das eigene Auto praktisch, weil Mobilitätshilfen und Gepäck mitgenommen werden können.

Allerdings sollte die gesamte Route einschließlich Pausen geplant werden.

Prüfe vor der Buchung, ob ein geeigneter Parkplatz an der Unterkunft verfügbar ist.

Ein Parkplatz in einer entfernten Garage kann die Anreise erheblich erschweren.

Parkplätze am Strand

Erkundige dich, ob geeignete Stellplätze in der Nähe des vorgesehenen Strandzugangs vorhanden sind.

Die bloße Existenz eines ausgewiesenen Parkplatzes garantiert nicht, dass dieser zur gewünschten Zeit frei ist.

Auch die örtlichen Regeln zur Nutzung von Behindertenparkplätzen müssen beachtet werden.

Bahn und Bus: Welche Fragen sind entscheidend?

Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann möglich sein, benötigt aber häufig mehr Vorbereitung.

Nicht jeder Bahnhof besitzt dieselben Einrichtungen.

Auch bei Bussen unterscheiden sich Einstiegsmöglichkeiten und verfügbare Plätze.

Vor der Buchung prüfen

Erkundige dich bei den Verkehrsunternehmen nach den Bedingungen für die benötigten Mobilitätshilfen.

Bei Bahnreisen können Unterstützungsleistungen für Ein-, Aus- und Umstiege angeboten werden. Dafür gelten gegebenenfalls Anmeldefristen.

Prüfe außerdem, ob der Anschlussbus zum Urlaubsort geeignet ist.

Ein barrierefrei nutzbarer Zug allein genügt nicht, wenn die Weiterreise vom Bahnhof zur Unterkunft nicht funktioniert.

Kosten: Welche zusätzlichen Ausgaben können entstehen?

Ein barrierefreier Strandurlaub muss nicht zwangsläufig teurer sein.

Allerdings können bestimmte Anforderungen die Auswahl einschränken oder zusätzliche Kosten verursachen.

Dazu gehören beispielsweise geeignete Transfers, spezielle Unterkunftsausstattung oder reservierungspflichtige Hilfsmittel.

Beispielrechnung für sieben Nächte

Die folgenden Beträge sind frei gewählte Modellwerte.

KostenpunktUnterkunft AUnterkunft B
Unterkunft790 €940 €
Zusätzlicher geeigneter Transfer160 €0 €
Strandservice140 €enthalten
Gesamtkosten1.090 €940 €

Unterkunft B ist in diesem Beispiel trotz des höheren Übernachtungspreises um 150 Euro günstiger.

Die Rechnung zeigt, dass die Gesamtkosten wichtiger sind als der isolierte Unterkunftspreis.

Nicht berücksichtigt sind mögliche individuelle Unterstützungsleistungen, deren Kosten und Verfügbarkeit gesondert geklärt werden müssen.

Fragen an den Strandbetreiber

Bevor du einen Strandplatz reservierst, solltest du die wichtigsten Anforderungen konkret ansprechen.

Eine allgemeine Frage wie „Ist Ihr Strand barrierefrei?“ führt möglicherweise nur zu einer pauschalen Antwort.

Besser sind präzise Fragen:

FrageWas du erfahren solltest
Gibt es einen befestigten Zugang?Verlauf und Ende des Weges
Wie weit reicht der Steg?Entfernung zum vorgesehenen Strandplatz
Gibt es eine geeignete Toilette?Lage, Ausstattung und Nutzbarkeit
Ist ein Strandrollstuhl vorhanden?Modell, Reservierung und Bedingungen
Ist der Zugang zum Meer möglich?Tatsächliche Badeoptionen
Gibt es Unterstützungspersonal?Umfang und Zeiten
Sind geeignete Parkplätze vorhanden?Lage und Nutzungsbedingungen

Bitte nach Möglichkeit um aktuelle Fotos.

Damit lassen sich viele Missverständnisse vor der Anreise vermeiden.

Typische Fehler bei der Buchung

Nur auf das Rollstuhlsymbol achten: Ein Symbol ersetzt keine Angaben zu Maßen, Wegen und Ausstattung.

Den Strand nicht gesondert prüfen: Ein geeignetes Hotel garantiert keinen geeigneten Strandzugang.

Sand als grundsätzlich unpassend einstufen: Mit geeigneten Wegen und Hilfsmitteln können auch Sandstrände nutzbar sein.

Die letzte Strecke vergessen: Zwischen Parkplatz, Haltestelle und Unterkunft können entscheidende Hindernisse liegen.

Hilfsmittel ohne Reservierung voraussetzen: Strandrollstühle oder Unterstützungsangebote können nur begrenzt verfügbar sein.

Den Wasserzugang mit dem Strandzugang verwechseln: Beide müssen getrennt überprüft werden.

Nur den Unterkunftspreis vergleichen: Zusätzliche Transfers können ein vermeintlich günstiges Angebot verteuern.

Entscheidungsmatrix für unterschiedliche Bedürfnisse

BedarfBesonders wichtigVor der Buchung klären
Manueller RollstuhlUntergrund und SteigungenDurchgehender Weg
ElektrorollstuhlMaße, Tragfähigkeit und LadeoptionUnterkunft und Transport
RollatorStabile Wege und SitzmöglichkeitenZugang und Entfernungen
Eingeschränkte GehfähigkeitKurze Wege und wenige StufenTatsächliche Gehstrecke
Badezugang mit UnterstützungGeeignete Hilfsmittel und PersonalVerfügbarkeit und Bedingungen
Reise mit KindernPlatz und geeignete SanitäranlagenUnterkunft und Strandplatz
Reise mit mehreren GenerationenUnterschiedliche MobilitätsbedürfnisseGesamter Tagesablauf

Die praktische Buchungsstrategie

Beginne nicht mit der Suche nach dem günstigsten Hotel, sondern mit deinen tatsächlichen Anforderungen.

Lege fest, welche Merkmale zwingend vorhanden sein müssen.

Suche anschließend einen Strand, dessen Zugang und Ausstattung diese Anforderungen erfüllen.

Erst danach solltest du passende Unterkünfte in der Nähe vergleichen.

Prüfe die gesamte Verbindung zwischen Unterkunft und Strand.

Lass dir wichtige Angaben möglichst schriftlich bestätigen.

Kläre bei Bedarf die Verfügbarkeit von Hilfsmitteln und Unterstützung.

Vergleiche abschließend die Gesamtkosten einschließlich Anreise und notwendiger Transfers.

Barrierefreier Strandurlaub beginnt mit konkreten Informationen

Ein geeigneter Strandurlaub entsteht nicht allein durch einen stufenlosen Hoteleingang oder eine Rampe am Strand.

Entscheidend ist, dass Unterkunft, Wege, Strandplatz, Sanitäranlagen und gegebenenfalls der Zugang zum Wasser zusammenpassen.

Die italienische und kroatische Adria bieten unterschiedliche Möglichkeiten. Welche davon geeignet sind, hängt jedoch vom konkreten Strandabschnitt und den individuellen Anforderungen ab.

Besonders hilfreich sind genaue Angaben, aktuelle Fotos und schriftliche Bestätigungen der Anbieter.

Die wichtigste Regel lautet: Nicht nach dem Versprechen „barrierefrei“ buchen, sondern nach überprüfbaren Eigenschaften, die den eigenen Strandurlaub tatsächlich möglich machen.

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